Die Halbinsel Wittow & Kap Arkona

Im Norden der Insel Rügen befindet sich die Halbinsel Wittow, die mit ihren weiten Landschaften zum Wandern bei erfrischender Ostseebrise einlädt. Besuchen Sie das Kap Arkona und die das Fischerdorf Vitt.

Wittow, Wittmund, Windland

Lange Zeit war die am nördlichsten Zipfel der Insel Rügen befindliche Halbinsel Wittow unter dem Namen Wittmund bekannt. Wegen der vorherrschenden frischen Brise wird sie auch „Windland“ genannt. Man nimmt an, dass sich ihr heutiger Name Wittow vom altslawischen Wort vitŭ ableitet, was so viel wie Gewinn bedeutet.

Jasmund im Südosten, Bug im Westen

Durch die schmale, etwa 10 Kilometer lange Landzunge Schaabe ist Wittow mit der südöstlich gelegenen Halbinsel Jasmund verbunden. Dabei handelt es sich gleichzeitig um die einzige Landverbindung. Die Halbinsel Bug im Westen befindet sich in Privatbesitz und darf nicht betreten werden. Im Norden und Osten ist Wittow von der Ostsee umgeben.

Von Vaschvitz ist Wittow auch mit der Fähre zu erreichen. Die Überfahrt endet im Wieker Orteilsteil Wittower Fähre.

Jahrhundertelange Historie

Wittow ist durch eine bewegte Vergangenheit geprägt. Bereits im 7. Jahrhundert wurde die Landmasse von Slawen besiedelt. Wegen ihrer Lage war sie für Eroberungszüge strategisch sehr wertvoll. Eine der bekanntesten Zeugnisse dieser Zeit dürfte die Jaromarsburg sein. Knapp 200 Jahre später wurde Wittow im Zuge der Rügenschen Erbfolgekriege ein Teil des Herzogtums Pommern-Wolgast und somit des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

Sehenswürdigkeiten der Halbinsel Wittow

Kap Arkona / Putgarten

Nachdem die Slawen aus dem Norden Wittows vertrieben wurden, dauerte es bis ins 19. Jahrhundert, ehe die Gemeinde Putgarten und das dazugehörige Kap Arkona durch den Rügen-Tourismus wieder an Bedeutung gewannen. Heute zählt das Kap zu den beliebtesten Reisestationen der Ostseeinsel.

Ein Grund dafür dürfte sein Leuchtturm-Ensemble sein, denn Arkona hat gleich drei davon zu bieten. Im Schinkelturm wartet eine Ausstellung über die Seefahrt und Leuchtfeuer-Geschichte auf seine Besucher. Der etwas abseits stehende Peilturm bietet eine Vielzahl archäologischer Exponate aus der Nachbarregion Ranenburg sowie wechselnde Kunstausstellungen.

Als voll funktionsfähig gilt das Leuchtfeuer Kap Arkona. Wer diesen heute noch betriebenen Leuchtturm besteigen will, muss zunächst einmal seine 180 Stufen überwinden. Doch die Mühe lohnt sich: Oben angekommen, erstreckt sich vor einem der Blick über ganz Wittow, Rügen und das Meer. Bei gutem Wetter reicht die Sicht bis zur benachbarten Insel Hiddensee und sogar bis Dänemark.

Jaromarsburg

Etwa vom 9. bis zum 12. Jahrhundert galt die bereits erwähnte Jaromarsburg als Kultstätte des vielgesichtigen slawischen Gottes Svantovit. Viel ist von ihr nicht geblieben – genauer gesagt nur der aufgeschichtete Burgwall. Der dänische König Waldemar I ließ die Anlage 1168 zerstören, als er die Slawen unterwarf. Dennoch erzählt die Ruine der Jaromarsburg eine Geschichte voll slawischer Mythologie und ist vor allem für Hobby-Archäologen ein begehrtes Reiseziel.

Fischerdorf Vitt

Direkt an der Ostseeküste und einen Katzensprung vom Kap Arkona entfernt befindet sich das historische Fischerdorf Vitt. Wer sich auf eine Zeitreise begeben und von seinem schnelllebigen Alltag erholen will, ist hier genau richtig!

Reetgedeckte Häuser kennzeichnen das Bild des malerischen Fischerdorfes, das eingebettet in einer Uferschlucht liegt und landseitig nicht sichtbar ist. Die achteckige Kapelle des Ortes gilt als besonderer Besuchermagnet. Weil es so authentisch und ursprünglich erhalten ist, hat Vitt bereits seit 1973 den Status des UNESCO-Weltkulturerbes inne.

Ein Findling namens Siebenschneiderstein

Kap Arkona wird oft vorschnell als nördlichster Teil der Insel Rügen betitelt. Streng genommen ist das jedoch nur halbrichtig: Tatsächlich ist die etwa einen Kilometer entfernte Küste des Gellort mit dem Siebenschneiderstein der nördlichste Punkt.

Zwar ist der Siebenschneiderstein mit einem Volumen von etwa 61m³ und einem Gewicht von 165t „nur“ der viertgrößte Findling Rügens, auf Grund seiner Lage dürfte er jedoch der Bekannteste sein.

Wurden Findlinge bis weit ins 19. Jahrhundert noch als Steinbruch genutzt, genießen sie heute besonderen Schutz als Naturdenkmäler. Ein Foto mit oder auf dem Siebenschneiderstein ist zahlreichen Touristen jedes Jahr eine Reise zum nördlichsten Punkt Rügens wert.

Die Natur im Nationalpark

Ein Highlight ist auch die Landschaft Wittows an sich. Der Großteil der Halbinsel gehört zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, der die Unberührtheit der Natur garantiert. Das Gebiet ist Brutstätte zahlreicher Zugvögel und bietet eine artenreiche Flora und Fauna, die zu ausgedehnten Rad- und Wandertouren einlädt.